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HBCD-haltige Polystyrol-Abfälle nicht mehr „gefährlich“, aber überwachungsbedürftig

Im letzten Jahr kam es zu Engpässen bei der Entsorgung von HBCD-haltigem Dämmmaterial und Bauplatten mit Polystyrol, da das Flammschutzmittel HBCD (Hexabromcyclododecan) als gefährlicher Abfall eingestuft wurde.

Nach Einführung einer Übergangsregelung im Dezember 2016 haben nun Bundestag und Bundesrat eine neue Regelung in der „Verordnung zur Überwachung von nicht gefährlichen Abfällen mit persistenten organischen Schadstoffen und zur Änderung der Abfallverzeichnis-Verordnung“ beschlossen. Diese tritt zum 1.8.2017 in Kraft.

HBCD-haltige Polystyrol-Abfälle werden nun nicht mehr als "gefährlich" eingestuft, aber als "überwachungsbedürftig". Daher gilt für alle Abfälle mit HBCD-haltigem Polystyrol eine Dokumentationspflicht. Für Erzeuger, Beförderer und Entsorger bestehen damit dieselben Nachweis- und Registerpflichten wie bei der Entsorgung gefährlicher Abfälle.

Das betrifft die HBCD-haltigen Polystyrol-Abfälle, die auf Baustellen anfallen und deren HBCDGehalt größer als 1.000 Milligramm pro Kilogramm ist. Das sind einerseits alle HBCD-haltigen Schaumstoffplatten, andererseits Baumischabfälle mit einem Gehalt von mehr als 10 Kilogramm Schaumstoff pro Tonne Gesamtgewicht.

Die wedi Bauplatten und wedi Fundos gelten durch Ihren Verbund aus extrudiertem Polystyrol, Mörtel und Glasfasergewebe als Baumischabfälle. Der entsorgende Handwerksbetrieb kann dabei den Sammelentsorgungsnachweis nutzen. Sammelentsorgungsnachweise können dann eingesetzt werden, wenn pro Baustelle unter 20to im Kalenderjahr der Fraktion (z.B. Baumischabfälle) anfallen.

Die Entsorgung von wedi Bauplatten, die vor dem 1.8.2015 produziert wurden, fällt weiterhin unter den Abfallschlüssel 17 09 04; und unterliegen, wie reines Dämmmaterial, der Nachweispflicht und Dokumentation, da sie einen extrudierten Polystyrol Kern enthalten.

Wedi Bauplatten, die nach dem 1.8.2015 produziert wurden, enthalten kein HBCD als Flammschutzmittel und können als Baumischabfälle ohne Nachweispflicht entsorgt werden.

Bitte beachten Sie auch, dass die Gewerbeabfallverordnung neu geregelt wurde und zum 1.8.2017 in Kraft tritt. Diese legt fest, dass Bau- und Abbruchabfälle (§8 Gewerbeabfallverordnung) - auch auf einer Baustelle - getrennt zu sammeln sind und nach Maßgabe des § 8 Absatz 1 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes vorrangig der Vorbereitung zur Wiederverwendung oder dem Recycling zuzuführen sind. Eine Beratung erhalten Sie bei Ihrem Entsorgungsunternehmen Vorort.

Emsdetten, August 2017

Quelle:
BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V.
Bundesanzeiger; Bundesgesetzblatt online

Veröffentlichungsdatum

Dezember 2016

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